Alte und neue Häuser in Königstein

Teil 4: Eine gelungene Sanierung

Einst sah das alte Haus in der Alten Gasse 4 keineswegs so aus, als dass hinter der tristen Fassade ein schönes Fachwerk zutage treten würde. Einige Bürger Königsteins gaben diesem kleinen Haus keine Chance für ein besseres Dasein, sondern vermuteten zuweilen, es wäre nur noch dem Abriss geweiht, weiß Gabriele Klempert von der AG Kulturlandschaft Königstein-Kronberg e.V.  zu berichten. Allerdings habe das Haus bis 2003 immerhin noch unter Ensembleschutz gestanden, was so viel bedeutet, dass bei einem möglichen Abriss nur die äußeren Formen hätten erhalten werden müssen. Doch das alte Haus bekam eine Chance, freut sich die AG Kulturlandschaft. Nach einer vorbildlichen Sanierung wurde es vom Landesdenkmalamt unter Einzel-Denkmalschutz gestellt und Königstein mit einem neuen Denkmal bereichert.

Früher soll die Alte Gasse noch „Borngasse“, das meint „Brunnengasse“ oder auch „Kuhgasse“ geheißen haben, was bedeuten könnte, dass man von hier aus einige Kühe auf die Weide trieb. Der älteste Teil des Baugefüges, das Haupthaus, ist vermutlich aus dem Jahr 1750, der Zwischenbau aus Backstein entstand im frühen 19. Jahrhundert, und die angrenzende ehemalige Scheune in der Pfarrgasse wurde schon im späten 18. Jahrhundert errichtet.

Die Sanierung des Haupthauses begann mit einer Art Rückbau, das heißt alles Material, was über der historischen Substanz lag musste entfernt werden, bis ein teilweise mit Lehm ausgefachtes Fachwerk zutage kam. Einige Hölzer waren allerdings morsch und mussten ergänzt oder gänzlich ausgetauscht werden. Einige Gefache, die über die Jahre mit starren Yton-Steinen ausgefüllt worden waren, wurden mit einer neuen Lehmfüllung ausgestattet, was für eine angenehme Wärme- und Feuchtigkeitsdämmung sorgte.

Außerdem hatten ehemalige Besitzer des Hauses einige Fenster zugemauert, die wieder geöffnet werden konnten.

Als die neuen Besitzer das alte, recht schmucklose Haus 2003 kauften, wollte sich niemand vorstellen, wie schön es innen und außen aussehen könnte. Dass die Sanierung allerdings zwei Jahre dauern würde, damit hatte man nicht gerechnet. Aber es hat sich gelohnt.

Bei der Sanierung, besonders bei der Wahl der Naturbaustoffe, hat der Wiesbadener Architekt Thomas Zuromski die Bauherrn beraten, und für die richtige Temperierung und den Einbau einer Wandheizung sorgte der Limburger Architekt Uwe Berghammer.

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